Erdbeeranbau

Tiere im Erlebnishof Lahmann Standortanforderungen:
Erdbeeren sind anpassungsfähig an den Standort. Ihre volle Leistungsfähigkeit können sie jedoch nur dort entfalten, wo Boden und Klima optimale Bedingungen bieten.
Günstig sind sandige Lehme bis lehmige Sande. Erdbeeren reagieren sehr empfindlich auf Bodenverdichtungen und Staunässe. Optimal ist ein pH - Bereich von 5,5 bis 6,0.
Spätfrostgefährdete Lagen sollten
gemieden werden.

Vorkultur:
Einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den Erfolg der Erdbeerkultur übt die Fruchtfolge aus. Ungeeignete Vorfrüchte können einen erhöhten Befall mit verschiedenen Schaderregern verursachen. Wirtspflanzen von Verticillium, z.B. Kartoffeln sind ungeeignete Vorfrüchte. Erst nach drei, besser nach vier Jahren sollten Erdbeeren wieder auf die gleiche Fläche gepflanzt werden.
Eine ausreichende Versorgung des Bodens mit organischer Substanz ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung und die Ertragsfähigkeit der Erdbeerpflanzen.
Ein gut mit organischer Substanz versorgter Boden besitzt eine bessere Sorptionskraft, Luftführung sowie Fähigkeit zur Nährstoffspeicherung.
Verwendet werden kann Kompost oder gut verrotteter Stallmist zur Vorkultur.

Sortenwahl:
Die Sortenvielfalt bei der Erdbeere ist groß. Es sind jedoch nicht alle Sorten für den Anbau im Garten geeignet.
Erdbeersorten für den Garten sollten möglichst gering anfällig sein gegenüber Krankheiten und Schaderregern und einen guten Geschmack aufweisen.
'Elsanta', die Hauptsorte im Erwerbsanbau ist anfällig gegenüber Verticillium – Welke, Rhizomfäule, Rote Wurzelfäule und Mehltau und sollte deshalb,
vor allem auf schweren Böden, möglichst nicht im Garten angebaut werden.
'Senga Sengana', eine im Garten weit verbreitete Sorte schmeckt gut und eignet sich gut für die häusliche Verarbeitung.
Es besteht jedoch eine hohe Anfälligkeit gegenüber Grauschimmel. Aufgrund ihres ausgezeichneten Aromas ist immer noch
die Sorte 'Mieze Schindler' beliebt. Sie ist nicht selbstfruchtbar und benötigt deshalb eine Befruchtersorte.

Pflanzung:
Eine Voraussetzung für einen hohen Ertrag im Folgejahr ist eine frühzeitige Pflanzung. Der günstigste Pflanzzeitpunkt für Erdbeeren (Grünpflanzen) ist Ende Juli.
Je später die Pflanzung erfolgt, desto geringer ist der Ertrag im Folgejahr. Vor der Pflanzung muss eine sorgfältige Bodenvorbereitung erfolgen.
Zum Pflanztermin muss der Boden abgesetzt sein. Zur Pflanzung sollten die Jungpflanzen mindestens 3 Blätter besitzen und kräftig bewurzelt sein. Bei der Pflanzung ist auf die richtige
Pflanztiefe zu achten. Pflanzt man zu tief und das Herz ist teilweise mit Erde überdeckt, entwickeln sich die Pflanzen zögernd. Zu hoch gepflanzte Jungpflanzen sind austrocknungsgefährdet.
Bei Erdbeeren sind verschiedene Pflanzsysteme möglich. Im Garten sollte man jedoch die Einzelreihe gegenüber der Doppelreihe bevorzugen. Einzelreihen werden besser durchlüftet,
sodass der Befallsdruck mit pilzlichen Schaderregern geringer ist. Die Pflege der Einzelreihen ist auch leichter. Der Abstand
zwischen den Erdbeerreihen beträgt je nach dem Wuchsverhalten der Sorte 0,60 m bis 0,80 m, der Abstand von Pflanze zu Pflanze 0,25m bis 0,35m.

Pflege:
Unmittelbar nach der Pflanzung werden die Pflanzen kräftig angegossen oder beregnet. Wichtig ist die Bewässerung in den ersten 2 bis 3 Wochen nach der Pflanzung,
besonders bei heißem Wetter. Zusätzlich ist Bewässerung in Trockenperioden sowie während der Fruchtentwicklung notwendig. Durch flaches Hacken werden die Erdbeeren unkrautfrei gehalten.
Eine Unkrautunterdrückung in der Reihe ist auch möglich durch die Verwendung von schwarzer Folie oder Vlies. Die mineralische Düngung erfolgt, wenn notwendig, im Pflanzjahr,
wenn die Pflanzen angewachsen sind und nach der Ernte des 1. Ertragsjahres. Im Frühjahr erfolgt eine Düngung nur auf leichten Böden oder nach hohen Niederschlägen.
Ein zu hoher Stickstoffgehalt im Frühjahr im Boden wirkt sich nachteilig auf die Fruchtqualität aus. Auf gut mit organischer Substanz versorgten Böden ist meist
keine zusätzliche Düngung der Erdbeere notwendig. Mitte Mai, wenn durch Spätfröste keine Gefahr mehr besteht, empfiehlt es sich, in die Reihenzwischenräume und unter die
Fruchtstände Stroh zu legen. Die Früchte bleiben so sauberer, die Fläche ist auch bei Nässe begehbar und das Unkraut wird unterdrückt. Bei zweijährigem Anbau ist es günstig,
die Blätter unmittelbar nach der Ernte des ersten Jahres abzuschneiden. Das Abmähen der Blätter stellt eine wirksame Maßnahme gegen pilzliche Schaderreger und Milben auf den
Blättern dar und erleichtert nach der Ernte die Pflege. Nach dem 2. Ertragsjahr sollten die Pflanzen gerodet werden, da die Fruchtqualität mit jedem weiteren Standjahr abnimmt
und der Befall mit pilzlichen Schaderregern und tierischen Schädlingen zunimmt.